|
Wo
ist nur wieder mein Schlüssel? Rechte Jackentasche, Hosentasche,
Handtasche, meine Hand wandert hin und her und hält endlich
etwas in den Fingern. Erleichtert und in Eile ziehe ich die Hand
zurück und will schon aufsperren, als ich erstaunt merke, dass
ich eine kleine Muschel halte.
Vor Hektik und Stress habe ich das gar nicht bemerkt. Nun liegt
sie da in meiner Hand, und ich muss nicht überlegen, wo sie
herkommt. Sie ist ein Überbleibsel vom letzten Urlaub. Ich habe
sie am Strand gefunden, aufgehoben und betrachtet. Eigentlich
wollte ich sie wieder ins Meer werfen, aber sie fühlte sich so
gut und glatt an, dass ich sie in die Handtasche gesteckt habe.
Da liegt sie immer noch, und erfüllt mittlerweile eine für mich
äußerst wichtige Funktion. Sie beruhigt mich wenn ich gestresst
bin und weckt in mir schöne Erinnerungen, wenn ich gerade mal
schlecht drauf bin. Immer wieder fällt sie mir wie zufällig in
die Hände und lenkt mich ab.
Dieser Augenblick genügt – und ich schalte innerlich einen Gang
zurück und nehme mir eine kurze Auszeit…
Die kleine Muschel, nach außen hin völlig wertlos und eine von
vielen, tut mir gut. Deshalb wird sie auch künftig in meiner
Tasche bleiben, still und unerkannt, aber für mich als kleine
Oase im Alltag.
|