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Lichtblick bei 30 Grad

19. Dezember

Denkt man an den Advent, dann spielt gerade Licht eine große Rolle. Diese „besondere“ Zeit will man sich ein wenig heller machen. Dazu gehört sicherlich der Adventskranz mit seinen vier Kerzen. Dazu gehört sicherlich ein wenig Deko fürs Fenster. Dazu gehört sicherlich die Weihnachtsbeleuchtung in unseren Fußgängerzonen. All das sind Versuche, diese dunkle Jahreszeit ein wenig heller zu machen. Und seinen es auch vom Menschen gemachte Lichtmomente – schön, dass es sie gibt und schön, dass sie wirken! Und dennoch möchte ich den Blick für solche Momente noch ein wenig weiten. 

Ende November/Anfang Dezember durfte ich als Karmelit meinen Provinzial nach Kamerun begleiten. Dort haben wir unsere Mitbrüder besucht, die zur deutschen Karmelitenprovinz gehören. Diese Zeit war für mich eine Momentaufnahme voller kleiner Lichtblicke. 
 

Die Mitbrüder in Kamerun haben zum Beispiel einen Kindergarten gebaut, der perspektivisch noch um einen Schulbau ergänzt werden soll. Diesen Kindergarten haben wir besucht. Die Direktorin hat uns mitgeteilt, dass auch Flüchtlingskinder aus anderen Ländern die Einrichtung besuchen und Kinder, die sich den monatlichen Beitrag nicht leisten können, davon befreit werden. 
Die Begegnung mit den Mitarbeitenden und Kindern war für mich ein Lichtmoment, auch wenn er ganz und gar nicht in die dunkle Jahreszeit fiel, sondern bei sommerlichen 30 Grad stattgefunden hat. Vielleicht lädt uns der Advent zu einem Perspektivenwechsel ein, der auch die Freude der anderen in den Blick nimmt. Das heißt dann konkret: Freue dich neben deinen eigenen Glücksmomenten auch über die der anderen. Je mehr man sich mit den anderen (mit)freuen kann, desto heller wird es auch in dir. 

P. Severin Tyburski O.Carm., Seelsorger in der Katholischen Hochschulseelsorge Bamberg und im Kath. Seelsorgebereich Bamberger Westen

Erzbistum Bamberg

Jugenderinnerungen

Was haben James Taylor hören, Amerikaner backen und Tee trinken gemeinsam? Für sie als Leser dieses Textes wahrscheinlich wenig. Für mich sind es Zutaten meiner Jugend. In meiner Clique gehörte das zu den festen Ritualen am Wochenende. Man traf sich, unternahm etwas zusammen, quatschte miteinander bis in die Nacht. Es war eine schöne Zeit, voller Freundschaften und voller Möglichkeiten.

Dann haben wir alle nach und nach unser Heimatstädtchen verlassen, um zu studieren, um zu arbeiten. Manche kamen zurück, viele wurden anderswo sesshaft, so wie ich. Mehr als 40 Jahre liegt das jetzt zurück. Die Kontakte sind über die Entfernungen und über die Zeit eingeschlafen. Doch jetzt traf ich zufällig jemand aus den alten Zeiten wieder. Und irgendwie war dieses vertraute Gefühl sofort wieder da. Nach dem Treffen musste ich zu Hause auch gleich unbedingt nach Fotos von damals suchen, Amerikaner backen, Tee trinken und James Taylor hören.

Nein, ich will nicht wieder so jung sein. Schon damals war nicht alles nur golden. Und doch freue ich mich, dass ich vieles von dem Guten noch in mir trage. Es ist eine der Kraftquellen, aus denen ich - meist unbewusst - lebe.

Burkard Vogt, Redakteur im Medienhaus

Bistum Würzburg