„Bitte warten!“ - ertönt es am anderen Ende der Telefonleitung. Den Hörer noch in der Hand, überlege ich, ob es sich lohnt zu warten, oder ob ich später besser noch einmal anrufe. Ich entscheide mich fürs Warten.
Wertvolle Zeit, vergeudet mit Warten ... und mir fallen andere Wartezeiten ein:
- ungeduldiges Warten in der Schlange vor der Kasse,
- nervöses ängstliches Warten im Wartezimmer des Arztes,
- Warten auf den Bus,
- Warten an der Ampel,
- Sehnsüchtiges Warten auf den Besuch,
- ja sogar Flugzeuge fliegen Warteschleifen ...
Alle Welt scheint stets damit beschäftigt zu sein, auf irgendetwas oder irgendjemand zu warten!
Die Dinge und Ereignisse, die wir erwarten, sind je nach Alter und Lebensumstände verschieden: So wartet das Kind darauf, einmal groß zu sein, in die Schule zu kommen. Später dann auf das Ende der Schulzeit, eine Lehrstelle, einen Studienplatz. Menschen warten auf das, was ihnen fehlt oder wonach sie sich sehnen:
- der Einsame auf Post,
- der Gestresste auf Urlaub und Ferien,
- der Kranken auf das Untersuchungsergebnis,
- der Strafgefangene auf die Freiheit,
- die Verliebten auf das nächste Wiedersehen.
Jahr für Jahr feiern wir Weihnachten, den Geburtstag Jesu, und immer neu geht der Advent, die Zeit des Wartens voraus.
Ich (er)warte…
Pfarrer Christian Burkhardt
Leiter des Fachbereiches Behindertenseelsorge
Bistum Regensburg

