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Die Armen nicht vergessen

21. Dezember

Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, dann bleibt mir – vor allem in den Städten – die Armut nicht verborgen, die für viele Menschen das Leben bestimmt.

Armut bei uns – in unserer von Ver- und Absicherungen durchzogenen Gesellschaft? Ist das überhaupt möglich? Ja, das ist es, und dieser Umstand sollte uns nicht kaltlassen. Es gibt Menschen mitten unter uns, die sich aus unterschiedlichen Gründen ein „normales“ Leben nicht leisten können, denen es sogar am Nötigsten fehlt.

In diesem Jahr darf ich wieder mit der Bahnhofsmission am Münchner Hauptbahnhof am Heiligen Abend einen Gottesdienst feiern. Dabei wird mir die Aktualität der Weihnachtsbotschaft lebendig vor Augen geführt: Gott kommt in die Welt, wird Mensch für uns – gerade für die Bedürftigen an Leib und Seele. Die Heilsbotschaft Gottes richtet den Fokus also auf die Menschen, die auch heute noch leicht übersehen und nicht gehört werden.

Es ist der Auftrag, der aus der frohen Botschaft erwächst, diese Notleidenden wahrzunehmen und nicht wegzusehen, sie in ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen und nicht zu verharmlosen und nach Möglichkeiten zu suchen, hilfreich einzugreifen. Das gilt für die Gesellschaft, aber noch viel mehr für jede und jeden Einzelnen!

Denken wir an die Situation an der Krippe und die Botschaft der Engel vom Frieden auf Erden. Diesen Frieden wird es nur dann geben, wenn alle Menschen, vor allem die Schwachen, Kranken und Bedürftigen, gleichermaßen davon profitieren dürfen.

Dazu möge Gott uns immer wieder stärken und ermutigen: kreativ der Armut unserer Tage zu begegnen.

Weihbischof Wolfgang Bischof

Erzbistum München und Freising

Foto: Robert Kiderle