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Auf seine Liebe warten

22. Dezember

„Der Herr ist nahe“, diese Worte hallen in diesen Tagen am frühen Morgen durch unseren weiten Kirchenraum. Der liegt noch im Halbdunkel, fast menschenleer. Die Worte treffen mich im Aufwachen in den neuen Tag.

Was habe ich für diesen Tag schon geplant und terminiert, was darf an Überraschungen kommen? Der Herr ist dir nahe! Ein Zuspruch, ein aufrüttelndes Wort voller Kraft. Wenn das stimmt, dann steht mein Tag unter überraschendem Vorzeichen. Der Advent, den wir feiern, erinnert uns an den Advent, in dem wir an jedem Tag unseres Lebens stehen. Heute wird uns der Retter geboren, wie der göttliche Bote den wachenden Hirten ankündigt. Damit müssen wir rechnen.

Der jüdische Lehrer Jehoschua ben Levi lebt um 250 nach Christus. Von ihm erzählt eine Lehrfabel, er treffe den Propheten Elija, den Vorläufer des Messias. Der Rabbi will wissen, wann der Messias denn komme und wo er ihn finden könne. „Er sitzt am Stadttor von Rom unter den Armen und Kranken und verbindet sich seine Wunden.“, gibt Elija Auskunft.

Der Messias ist daran erkennbar, dass er nicht alle seine Wunden gleichzeitig verbindet, sondern nur eine nach der anderen, denn in jedem Augenblick könne er gerufen werden. Es dürfe nicht sein, dass sich seine Ankunft verzögere, um seiner eigenen Heilung willen. Seine messianische Sendung und unsere Erwartung besingt der Psalm 147: „Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden.“ Uns gilt: Gefallen hat der HERR an denen, die auf seine Liebe warten.

Abt Theodor Hausmann, Benediktinerabtei St. Stephan

Bistum Augsburg

www.abtei-st-stephan.de

Was ist mir heilig?

22. Dezember

Die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg werden bald das neue „Kunstquartier am Dom“ sein. Insgesamt sechs Museumsstandorte werden 2027 rund um die Kathedrale St. Peter eröffnen. Unter anderem wird die Domschatzkammer, direkt neben dem Dom gelegen, in neuem Licht erstrahlen. Der Schatz der Kathedrale wird mit einem zeitgemäßen Konzept präsentiert und unter dem Thema „Was ist mir heilig?“ neu interpretiert werden.

Bei den Vorbereitungen zur Umgestaltung kam die Idee auf, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu diesem Motto zu befragen. Was ist ihnen heilig? Was ist für sie besonders wertvoll? Welche Dinge oder Rituale sind ihnen besonders wichtig, weil diese mit Erinnerungen oder Personen verbunden sind?

Das Alter der Befragten reicht von zwölf bis Mitte siebzig. Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen gaben ihr Statement ab, Menschen mit und ohne körperliche Beeinträchtigung genauso wie Personen, die prägende Erlebnisse aus der Vergangenheit begleiten. Die Herkunft spielte ebenso keine Rolle wie eine Religionszugehörigkeit. Kurzum: Die Befragten spiegeln die große Bandbreite an Menschen, welche unsere Gesellschaft in all ihrer Vielfalt ausmacht.
Es entstanden sehr unterschiedliche Beiträge, die dann im neu eröffneten Domschatz zu hören und zu lesen sein werden. Bei 15 befragten Personen wiederholte sich erstaunlicherweise keine einzige Aussage. Jede vermag auf seine Weise den Zuhörer zu berühren.

Natürlich denke auch ich darüber nach, was mir persönlich heilig ist. Ich muss zugeben, es ist keine Frage, die sich mal eben so beantworten lässt. Selbstverständlich sind mir meine Töchter heilig, meine Familie sowie Freundschaften. Überlege ich weiter, ist meine Gesundheit sicherlich ein hohes Gut. Wenn ich die Nachrichten verfolge, in denen deutlich wird, wie viele Menschen in kriegszerstörten Regionen leben müssen, sie unterdrückt und verfolgt werden: Dann bin ich dankbar, in einem Land zu leben, in dem ich mich frei bewegen kann, frei denken und mich äußern darf. Somit ist mir Freiheit besonders heilig. Die Freiheit, die es mir erlaubt, eine eigene Meinung vertreten zu können, ohne dafür bestraft zu werden, Entscheidungen ohne äußeren Zwang zu treffen und somit ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Was ist Ihnen heilig?

Ines Amann M.A., Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kunstvermittlung, Wiss. Mitarbeiterin, Kunstsammlungen

Bistums Regensburg