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Nur hoffen, dass er kommt

21. Dezember

Es ist ein warmer Sommermorgen. Zu fünft warten wir an der kleinen, eingleisigen Bahnstation meines Wohnortes. Der Abfahrtsanzeiger kündigt eine Verzögerung von voraussichtlich zehn Minuten an, „wegen der Verspätung eines vorausfahrenden Zuges“. Bald darauf weiß das Durchlaufband von einer fünfzehnminütigen Änderung und nennt als Grund „Fahrzeugmangel“. Wieder kurz danach werden zwanzig Minuten Verspätung angegeben „wegen kurzfristigen Personalausfalls“.

Was soll man sich da denken? Wir bis dahin geduldig Wartenden schauen uns irritiert an und fühlen uns der wahllosen Begründungen wegen ziemlich verschaukelt.

Da sagt ein junger Migrant, der in auffallend gesammelter Haltung auf der Wartebank sitzt, in den Ärger der Situation hinein: „Am besten gar nichts denken – nur hoffen, dass er kommt“. Ein verdutztes Aufblicken unsererseits ein kleines Lächeln; unser Ärger verfliegt. Und der Zug kommt, sogar schon nach zehn Minuten.

„Wie im Advent“, geht es mir beim Einsteigen durch den Sinn: „Nur hoffen, dass ER kommt.“ Das Denken, das ungeduldige Ärgern, die Eile, die vermeintlich eigene Wichtigkeit einmal zur Seite lassen und voll Vertrauen „nur hoffen, dass ER kommt“. Maranatha.

Schwester M. Rebekka Deiminger, Mallersdorfer Franziskanerin, tätig in der geistlichen Begleitung

Bistum Regensburg