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Jesus hat auch in die Hosen gemacht

24. Dezember

Ich bin nun schon einige Zeit als Opa unterwegs und habe viel Freude an den Kleinen. Doch an eine Sache werde ich mich wohl nie gewöhnen: das Wickeln. So eine volle Ladung kann schon mal ungehörig riechen. Wohl dem, der lange die Luft anhalten kann.

Doch jetzt ist mir aufgefallen, dass dieses Wickeln sogar in der Bibel vorkommt.  Die Engel verkünden beim Evangelisten Lukas die Geburt des Gotteskindes mit „Halleluja“ und „Ehre sei Gott“ und geben als Erkennungszeichen an, dass man das Kind in Windeln gewickelt in einem Stall finden kann. Diese Angabe ist nicht sehr hilfreich:  Ställe gab es viele im Palästina dieser Zeit und Windeln braucht jedes Kind. Da könnten die Hirten lange suchen. Lukas wollte etwas anderes sagen: Das Kind ist nicht in einem Palast zu finden, wie man es vom Retter der Welt annehmen könnte. Und es ist ganz Mensch wie wir, denn Windeln braucht es, weil es – verzeihen sie die Offenheit - in die Hose macht. Ohne das ist Menschsein auch für den Gottessohn nicht zu haben.

Wer die Bibelstelle so liest, ist nicht in der Gefahr, vor lauter „Gloria“ oder „Stille Nacht“ aus dem Blick zu verlieren, um welche harte Realität es an Weihnachten geht - und das bis heute. Gott wird Mensch in eine Welt hinein, die sich gerade mal wieder an einigen Ecken ziemlich besch … anfühlt und wo das Unrecht zum Himmel stinkt. Und trotzdem und gerade deshalb ist es ein Hoffnungslicht für mehr Menschlichkeit, das uns da aufgeht. Daran will ich denken, wenn ich das nächste Mal mit Wickeln dran bin.

Burkard Vogt, Redakteur im Medienhaus

Bistum Würzburg

Nicht schon wieder

24. Dezember

Nicht schon wieder. Das war mein erster Gedanke, als ich erfuhr, dass eine auf Station bestens bekannte schwangere Frau erneut in früher Schwangerschaftswoche als Patientin aufgenommen wurde. War es jetzt das vierte Mal? Oder schon das fünfte Mal, dass sie wiedergekommen war? Sie ließ also nicht locker. Wagte es noch einmal nach all den schwierigen Erfahrungen im Voraus. Immer war sie mit banger Hoffnung gekommen, „fragil schwanger“ in frühen Wochen, bereit, alles auszuhalten und die quälend langen Wochen des Liegenmüssens zu ertragen. Und das, weil sie ein Kind wollte, ihr eigenes Kind in Armen halten wollte. Es war ihr sehnlichster Wunsch.

Nun also ein erneuter „Versuch“. Der Patientin war klar, sie würde wieder lange liegen müssen, nicht aufstehen dürfen, mit schwierigen Nachrichten konfrontiert werden und einsam bangend in ihrem Zimmer das Kommende erwarten. Dabei verbarg sie sich und ließ kaum Leute an sich heran. Als ich doch einmal zu ihr ins Zimmer treten durfte, sprach sie über ihr inniges Hoffen und Sehnen und dass sie so sehr um einen guten Ausgang dieser Schwangerschaft bitte und mit einem fernen Vertrauten betete.

Die Wochen vergingen und wider allen Erwartens nahm die Schwangerschaft einen guten Ausgang. Bei meinem abschließenden Besuch traf ich die Frau schweigend am Bettrand sitzend an, ihr ersehntes Kind zitternd in den Armen haltend. Sie schien wie entrückt und sprach kein einziges Wort, schaute nur und schaute und schaute unentwegt ihr Kind mit staunenden Augen an. Ohne jegliche Worte. Ich erinnere mich, es war, als schwebte da eine heilige Stille durch den Raum, die zuinnerst berührte. „Da haben die Dornen Rosen getragen“ kam mir in den Sinn. Und ich nahm das Gotteslob zur Hand.

Adventslied Gotteslob

Maria durch ein Dornwald ging, der hat in sieben Jahren kein Laub getragen. Jesus und Maria.

Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrieeleison. Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria.

Da haben die Dornen Rosen getragen. Kyrieeleison. Als das Kindlein durch den Wald getragen, da haben die Dornen Rosen getragen. Jesus und Maria.

Luitgard Biederer-Wutsios, Seelsorgerin in der Klinik St. Hedwig Regensburg

Bistum Regensburg