Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Strandpicknick am 1. Weihnachtsfeiertag

24. Dezember

Statt gefüllter Ente, Blaukraut und Omas legendären Kartoffelknödeln gab es bei sonnigen 30 Grad ein Strandpicknick mit Hühnchen, Reis und Inca Kola. Es gab schon einige Unterschiede zwischen meinem letztjährigen 1.Weihnachtsfeiertag in Peru und der gewohnten, deutschen Weihnachtszeit.

Aber warum Peru? Dort habe ich einen Weltfreiwilligendienst des Bistums Augsburgs in einer inklusiven Grundschule absolviert.

Nun aber zurück zum wirklich heißen Weihnachten: eimerweise heiße Schokolade, riiiiiesiges Feuerwerk, „Feliz navidad“ in Dauerschleife, 28 Grad im Schatten, ein mit Schleifchen überhäufter Plastikchristbaum, kein Quadratmeter Wand ohne Weihnachtsdeko, Adventskranz mit vier bis fünf verschiedenfarbigen Kerzen, Paneton (eine Art Christstollen) wie Sand am Meer, Weihnachtswichteln mit der gesamten Großfamilie und ein Besuch von Papa Noel (dem Weihnachtsmann), das war mein letztes Weihnachtsfest. Nicht zu vergessen ist jedoch, die „besondere“ Christmette, die musikalische Umrahmung übernahm eigentlich der dortige Kinderchor, in dem ich auch mitsingen durfte.

Allerdings stahl uns die eeextrem piepsige Lichterkette, der XXL-Krippe, immer wieder die Show, denn sie erledigte nicht nur ihren Hauptjob, Licht zu spenden, sehr gewissenhaft, sondern auch noch einen Nebenjob, ziemlich kitschige Weihnachtslieder zu quietschen. Da war nichts mit „Stille Nacht“, weil jedes Mal, wenn man sich auf einen kurzen Moment der Stille freute, piepste die multitaskingfähige Lichterkette eine weitere, noch lautere Wiederholung von „Rudolph, the Red-nosed Reindeer“. Man könnte vielleicht eine Parallele zwischen dem nervenaufreibenden Gepiepse und dem jährlich, nicht besser werdenden Weichnachts-Stress ziehen.

Allgemein war ich aber mehr als beeindruckt von der peruanischen Adventszeit, die Vorfreude auf Weihnachten war unbeschreiblich groß, bereits am ersten Dezember kamen alle Schüler und Lehrer mit Weihnachtsshirt, -socken, -haarreifen und -zipfelmützen in die Schule und wünschten bereits jedem, wirklich jedem „Feliz navidad!!!“.

Vielleicht sollten wir selbst auch unseren Fokus aktiv auf die Vorfreude und das Schöne in der Weihnachtszeit lenken und das nervige Piepsen öfters mal einfach überhören.

Maria Grabmann
Ehemalige Freiwillige in Peru

Bistum Augsburg

Klara sieht fern

24. Dezember

Klara ist krank, sehr krank. Und das ausgerechnet an Weihnachten. Sie hat sich schon so auf das Fest gefreut, vor allem auf den Gottesdienst. Sie liebt es, wenn das Jesuskind in der Krippe verehrt wird. Wie sich Gott in ihm den Schwachen, Kleinen und Einsamen zuwendet, versetzt sie an jedem Weihnachtsfest in Staunen. Nun liegt sie selber allein im dunklen Schlafsaal, hört keine Lieder und sieht keinen Lichterschein. Sogar ihre Schwestern haben sie im Stich gelassen. "O Herr, Gott, schau, wie man mich allein bei dir an diesem Ort gelassen hat", klagt und betet sie im Stillen.

Langsam lichtet sich das Dunkel um sie herum. Klara sieht sich in einer großen Kirche sitzen, die erfüllt ist von warmem Kerzenschein. Sie kennt dieses Gotteshaus. Es ist die Basilika von Assisi, die erst vor kurzem erbaut und ihrem Freund Franziskus geweiht wurde. Sie sitzt ganz nahe bei seinem Grab inmitten seiner Brüder und Weggefährten. Mit ihnen zusammen sieht sie sich beten und singen und Jesu Geburt feiern. Nun kann auch für sie Weihnachten sein. Mehr denn je spürt sie, dass Gott in diesem Kind auch zu ihr, der Schwachen und Einsame, gekommen ist. Als ihre Schwestern zurückkommen, finden sie Klara strahlend und glücklich in ihrem Bett. Der Glanz der Weihnacht liegt auf ihrem Gesicht.

Viele hundert Jahre später wird die Kirche auch wegen dieser Weihnachtsvision die heilige Klara zur Patronin des Fernsehens erklären. Sie wird sie zum Vorbild für zahlreiche Menschen, denen die Fernsehgottesdienste, besonders an Weihnachten, ein tiefer Trost und echter Segen sind. Den Fernsehschaffenden gebührt für ihren wertvollen Dienst Dank und Anerkennung. Heilige Klara, bitte für sie und alle Menschen, die zuschauen und mitfeiern!

Otto Penn
Leiter der Abteilung Familienpastoral und Leiter des Referates Ehe Familie Kinder

Bistum Passau