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Wenn die Stille Nacht laut tönt

24. Dezember

Alles schreit.
Nach Liebe, Hoffnung und Licht.
Nach liebevollem, tiefem Beziehungsgeschehen, nach hoffnungsvollem Ausgestrecktsein auf festen Sinn hin, nach lichtvoller Aufrichtung ins Leben hinein.
Machen wir uns nichts vor: Wir beobachten es täglich in der Welt. Damals wie heute.
Gestehe ich mir manchmal eigentlich auch solche Beobachtungen in mir selbst ein?
Sicherlich eine gewagte Frage - aber ist die Menschwerdung Gottes nicht das Wagnis schlechthin? Gott geht aus seiner „Komfortzone“ raus. Und ich?

In all diesen Fragen finde ich meinen Adventsmoment:

Gott macht sich auf den Weg zu den Menschen. Die Menschen machen sich besonders im Advent auch auf den Weg hin zu ihm, hin zur Krippe.
Krippe! Kein Hotel. Ein gebrochener, für ein Baby unsicherer, Ort, in dem zugleich die Fülle und Treue neu geboren wird.

Alles schreit. Die ganze Welt schreit.
Und mittendrin in dieser Nacht der Welt, im Großen wie im Kleinen, schreit Liebe.
Vielleicht ist die Stille Nacht gerade deswegen eine heilige Nacht: weil sie in ihrer Dynamik von Gott her alles andere als still ist. Sie durchtönt, was unruhig und grau ist - und will hierin heilen. 

Hier ereignet sich für mich mein Adventsmoment jeden Tag. Wie ein Liedtext es ausdrückt: 

„Seht, der kann sich selbst nicht regen, durch den alles ist und war. (…) 
Welche Liebe muss der haben, der sich euch so ganz geweiht.“ 
(Gotteslob Nr. 245)

Weih-Nachten heißt doch dann: Gott ist in seiner ganzen Kraft mit uns. Die Nacht ist geweiht, sie ist hell und voller Leben. Für wahrhaft Jeden.
Dann kann etwas neu beginnen.
Dann kann in einem Wort, einem Lied, einem befreienden Moment, in einer Neuausrichtung, in einer tiefen Erfahrung Menschwerdung geschehen.

Habe ich es eigentlich schon gemerkt, wie es Schritt für Schritt Weih-Nachten in mir werden will?
Singe ich mit Gott von der Liebe?

Bistum Augsburg
Sr. Clara Marie Beuth
Franziskanerin des Crescentiaklosters in Kaufbeuren und Theologin

Über die Kunst, Geschenke anzunehmen

24. Dezember

Die Zeit vor Weihnachten gilt auch als Zeit der guten Wünsche und der Geschenke. Wir alle kennen das Gefühl, beschenkt zu werden. Ein gutes Gefühl. Wenn man anderen etwas schenkt, tut das auch gut, vor allem, wenn der Beschenkte sich darüber freut.

Man kann jemandem ein Geschenk besorgen, einfach kaufen, damit man ein Geschenk hat und am Ende nicht mit leeren Händen dasteht. Dieses Geschenk kann etwas Wertvolles sein oder eine Kleinigkeit. Manche Menschen schenken jedoch anders: Sie besorgen nicht nur etwas. Sie überlegen, was dem anderen eine Freude bereiten könnte, machen sich Gedanken und suchen dann etwas sorgsam aus. Wenn der Beschenkte dann überrascht ist, umso besser. Er hat das Gefühl, da hat jemand an uns gedacht.

Wenn wir etwas geschenkt bekommen, sollten wir immer daran denken, dass jemand an uns gedacht hat, sich etwas für uns überlegt hat und vor allem an uns gedacht hat.

Wir dürfen dafür dankbar sein! Außerdem sollten wir zeigen, dass wir dieses Geschenk zu schätzen wissen, egal ob es klein oder groß ist.

Bistum Eichstätt
Rudi Schmidt
Geschäftsführer Stadtkirche Ingolstadt und Cityseelsorge